Ein Website-Relaunch ist kein reines Designprojekt. Wer nur Farben, Schriften und Bilder austauscht, kann bestehende Suchsichtbarkeit, funktionierende Inhalte und eingespielte Anfragewege verlieren. Gleichzeitig ist ein Relaunch die Chance, Technik, Positionierung und Nutzerführung gemeinsam zu verbessern.
Die wichtigste Regel lautet: Erst messen und sichern, dann umbauen. Diese Checkliste führt von der Bestandsaufnahme bis zu den ersten 30 Tagen nach dem Start.
- Sichern Sie URLs, Inhalte, Rankings und Messdaten vor der ersten Änderung.
- Jede relevante alte URL benötigt ein bewusstes Ziel; 301-Weiterleitungen gehören zum Pflichtprogramm.
- Ein Relaunch braucht klare Geschäftsziele und Tests, nicht nur eine optische Abnahme.
- Nach dem Start folgen Monitoring, Fehlerkorrektur und Inhaltsverbesserung.
Phase 1: Bestand erfassen und Ziele festlegen
Exportieren Sie alle erreichbaren URLs und markieren Sie Seiten mit Klicks, Backlinks, Anfragen oder geschäftlich wichtigen Informationen. Dokumentieren Sie aktuelle Messwerte, damit nach dem Relaunch nicht nach Gefühl beurteilt wird.
Definieren Sie anschließend höchstens drei Hauptziele: beispielsweise mehr qualifizierte Anfragen, bessere Bewerbungen oder weniger Rückfragen. Jedes Ziel braucht eine messbare Handlung.
- URL- und Inhaltsinventar erstellen
- Search-Console- und Analytics-Basiswerte sichern
- Formulare, Downloads und Telefonnummern prüfen
- starke Landingpages und Backlinks kennzeichnen
- geschäftliche Ziele und Messpunkte vereinbaren
Phase 2: Struktur und Inhalte entwickeln
Die neue Navigation sollte sich an Kundenfragen orientieren, nicht am internen Organigramm. Jede wichtige Zielgruppe braucht einen kurzen Weg zu Leistung, Belegen, Ablauf und Kontakt.
Übernehmen Sie erfolgreiche Inhalte nicht blind, löschen Sie sie aber auch nicht leichtfertig. Aktualisieren Sie Fakten, verbessern Sie Verständlichkeit und bewahren Sie die Suchintention, die eine Seite bereits erfüllt.
- Leistungen nach Such- und Entscheidungsbedarf strukturieren
- eine klare Hauptaktion pro Seitentyp definieren
- Vertrauensbelege direkt am Entscheidungsort platzieren
- Titel, Überschriften und interne Links planen
- Bilder komprimieren und mit sinnvollen Alternativtexten versehen
Der Branchen-Konfigurator verbindet Ziele, Funktionen und Laufzeit zu einer transparenten Empfehlung.
Phase 3: URLs und Weiterleitungen absichern
Wenn eine URL geändert wird, sollte die alte Adresse dauerhaft per 301 auf die inhaltlich passendste neue Seite weiterleiten. Leiten Sie nicht pauschal alles auf die Startseite. Das hilft weder Nutzern noch Suchmaschinen.
Erstellen Sie die Weiterleitungsliste vor dem Launch und testen Sie sie danach automatisiert. Vermeiden Sie Ketten, in denen eine alte URL über mehrere Stationen zur neuen Seite führt.
| Alte Seite | Entscheidung | Ziel |
|---|---|---|
| Inhalt bleibt gleich | URL möglichst behalten | gleiche Adresse |
| Inhalt wird ersetzt | 301-Weiterleitung | passendste neue Seite |
| Inhalt wird zusammengeführt | 301-Weiterleitung | neue Sammelseite |
| Inhalt ohne Ersatz | bewusst 404/410 | hilfreiche Fehlerseite |
Phase 4: Vor dem Launch testen
Testen Sie die Website auf echten Mobilgeräten und mit Tastatur. Prüfen Sie nicht nur, ob Formulare absenden, sondern ob Nachrichten am richtigen Ort ankommen und Pflichtinformationen verständlich sind.
Kontrollieren Sie Seitentitel, Beschreibungen, Canonicals, Indexierung, strukturierte Daten, Sitemap, robots.txt, Datenschutz und Einwilligungslogik. Rechtliche Anforderungen sollten fachlich geprüft werden.
- Navigation, Links und Suchfunktion
- Formulare, E-Mails und Erfolgsmeldungen
- mobile Darstellung und Tastaturbedienung
- Ladezeiten und Core Web Vitals
- Tracking und Conversion-Ereignisse
- Impressum, Datenschutz und erforderliche Einwilligungen
Phase 5: die ersten 30 Tage
Senden Sie die Sitemap, beobachten Sie Indexierung und Crawling und prüfen Sie täglich die wichtigsten Fehler. Ein vorübergehendes Schwanken einzelner Rankings ist möglich; kritischer sind nicht erreichbare Seiten, falsche Sperren oder verlorene Anfragewege.
Vergleichen Sie nach einigen Wochen nicht nur den Traffic. Messen Sie auch Formularstarts, abgeschickte Anfragen, Anrufklicks und Qualität der Kontakte. Ein Relaunch ist abgeschlossen, wenn das neue System stabil arbeitet – nicht wenn die Startseite freigegeben wurde.
- 404-Fehler und Weiterleitungen überwachen
- Indexierung wichtiger Seiten prüfen
- Formular- und Anrufereignisse kontrollieren
- Ladeprobleme und mobile Fehler beheben
- Nutzerfragen sammeln und Inhalte nachschärfen
Das wird häufig gefragt
Wie verhindere ich beim Relaunch Ranking-Verluste?
Behalten Sie wichtige URLs möglichst bei. Wenn sich eine Adresse ändern muss, leiten Sie sie dauerhaft per 301 auf die inhaltlich passendste neue Seite weiter und kontrollieren Sie die Weiterleitungen nach dem Start.
Wann ist ein Relaunch wirklich abgeschlossen?
Nicht mit der optischen Freigabe. Prüfen Sie mindestens Indexierung, Weiterleitungen, Formulare, Anrufe, Ladeleistung und die Qualität der Anfragen in den ersten Wochen nach dem Launch.
Quellen und weiterführende Informationen
Wir trennen belegte Fakten von Empfehlungen. Preise, Gesetze und Plattformregeln können sich ändern.
